Echinocactus ornatus De Candolle 1928
(ornatus = schmückend, zierend - rührt von der Anordnung der
bernsteingelben Dornen)
Beschreibung:
Jung kugelig, dann säulenförmig, alt bis über 1m
hoch werdend und bis 30 cm im Durchmesser, einfach, normal nie sprossend; junge
Pflanzen mit weißen Wollflocken übersät, bei älteren Pflanzen diese oft in
bogenförmigen Mustern; Scheitel schwach eingesenkt, mit spärlichem weißem oder
gelblichem Wollfilz bedeckt, von Dornen weit überragt; Rippen durch scharfe
Längsfurchen getrennt, beim Sämling 5, später 8 selten nur 7 oder 9-11; Areolen
1,5-2,5 cm voneinander entfernt, elliptisch, bis 8 mm im Durchmesser, mit
gelblichem im Alter vergrauendem Wollfilz versehen; Dornen pro Areole 6-18,
seltener 10-11, gerade wenig gebogen, bis 5 cm lang, priemlich, sehr kräftig,
stark stechend; 1 Mitteldorn etwas länger als die Randdornen, alle Dornen
gelblich bis dunkelbraun später vergrauend; Blüten 8,5 cm lang und 8-9 cm
breit, trichterförmig, glänzend hellgelb, Blütenröhre mit linealen spitzen
Schuppen bedeckt; Frucht länglich, rund, 1,5 cm lang; Staubfäden und Stempel
schwefelgelb; Staubbeutel gelb oder hellorange; Narben 7, die Staubbeutel
überragend; Samen wenige, glänzend, feingrubig punktiert, 2,5 mm lang und 2 mm
breit
Kultur:
Die Kultur dieser willig wachsenden und recht anspruchslosen
Pflanzen gilt im Allgemeinen als recht einfach. Sie gedeihen am besten in einer
leicht sandigen Humusmischung. Bimskies als Substratbeigabe hat sich bewährt.
Die Pflege geschieht unter leicht schattiertem Glas, wobei bei warmem Wetter
zwischen Frühjahr und Herbst reichliche Wassergaben verabreicht werden, sobald
die Pflanzen einmal eine Größe von etwa 5 cm erreicht haben. Vorausgesetzt man
hält sie trocken, ist im Winter eine Temperatur von 8° C ausreichend. Die Samen
keimen sehr rasch und die Sämlinge wachsen bereitwillig. Gegen Ende der ersten
Wachstumsperiode erreichen sie die volle Rippenzahl. Sie sind nach dieser Zeit
größer als Jungpflanzen gleichen Alters. Leicht neigt man dazu, sie durch
vermehrte Wassergaben zu noch mehr Wachstum anzuregen, was dann zu Verlusten
führen kann. Bedenkt man, dass A. ornatum durchweg ein Alter von über 200
Jahren erreichen kann, wird man mit den ersten Blüten nach ca.10 Jahren mehr
als entschädigt.
Vorkommen:
Mexiko: Das Verbreitungsgebiet von A. ornatum erstreckt sich
im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo nördlich Real del Monte bis Toliman im
Staate Querétaro. Es ist die Art der Gattung Astrophytum, welche am weitesten
nach Süden vorgestoßen ist. A. ornatum wächst hier in größeren Beständen auf
den Bergen, in den Schluchten auf Kalksteinformationen aber immer auf Felsen
oder Felsspalten, nie in der Ebene oder auf tiefgründigem Boden.
Besonderheiten:
Entwicklungsgeschichtlich zählt A. ornatum zu den ältesten
seiner Gattung. Es wurde 1827 in Mexiko als erstes Astrophytum entdeckt. Die
weißen Haarflocken sind die größten unter den Astrophyten und bedecken bei den
Sämlingen den ganzen Körper. Im weiteren Wuchs behalten manche die Beflockung
ihr ganzes Leben, bei anderen ist sie später ziemlich locker und über den
ganzen Körper regelmäßig verteilt, manchmal auch in schrägen Bänder angeordnet.
Es wurde auch eine Varietät glabrescens und mirbellii beschrieben. Nur geringe
Unterschiede gegenüber dem Typ lassen diesen Status aber sicher nicht aufrechterhalten.
Bei der erstgenannten sollen die Körber grüner und die Flocken geringer oder
fehlend sein. Die Varietät soll sich durch stärkere Beflockung unterscheiden.
Wie bei A. myriostigma, jedoch nicht so markant, sind dünn- und breitrippige
Formen vertreten. Die dünnrippigen neigen dazu die Rippen nach rechts oder
links spiralenförmig zu verdrehen. Als Form "spirale" sind diese im
Handel. Weitere Formen sind "nudum" mit ganz grünem und
"niveum" mit sehr stark beflocktem Körper.